Gedanke versus Idee …..

Karl Heinz Bohrer in der ZEIT v. 20. September 2012 (anlässlich seines neuen Buches Granatsplitter)

Meine theoretische Kritik an einer bestimmten Tradition des hermeneutischen Idealismus hat wohl auf die Dauer zu der Einsicht geführt, das, was ich sagen will, nicht mehr theoretisch zu sagen, sondern erzählerisch. Weil nur das erzählerische Wort das Klischee vermeiden kann. Klischee in dem Sinne, wie Nietzsche einmal gesagt hat: „Nur keine Gedanken!“ Nichts ist verräterischer und kompromittierender als Gedanken. Warum? Weil in jedem Gedanken eine abgenutzte Idee steckt.