Neue Romantik?

Interessant: die aktuelle ZEIT (6. September 2012) titelt Philosophen entdecken das Gefühl.

Die Historikerin Ute Frevert dazu in einem Gespräch:

Die Gefühle sind heute der letzte dunkle Kontinent, den es zu entdecken gibt.

Und weiter weist sie hin auf

die affektiven Neurowissenschaften, die mit ihren bildgebenden Verfahren buchstäblich Licht ins Dunkle der Gefühle bringen wollen. Aber mit jeder experimentellen Anordnung ist notwendigerweise Reduktion verbunden: Man isoliert bestimmte Faktoren und Variablen, um ihre Wirkungen und Zusammenhänge umso genauer prüfen zu können. Was dabei verloren geht, ist erstens Komplexität, zweitens Einbettung, drittens Differenzierung. Dass es unendlich viele und feine Abstufungen gibt zwischen Leidenschaften, Affekten, Empfindungen, Stimmungen und Gefühle – diese Kenntnis des 18. und 19. Jahrhunderts ist der modernen Psychologie weitgehends verloren gegangen.

Mir fielen sofort die „seltenen Seelenzustände“ von Robert Schumann  ein:

Denk‘ ich nun freilich an die höchste Art der Musik, wie sie uns Bach und Beethoven in einzelnen Schöpfungen gegeben, sprech‘ ich von seltenen Seelenzuständen, die mir der Künstler offenbaren soll, verlang‘ ich, daß er mich mit jedem seiner Werke einen Schritt weiterführe im Geisterreich der Kunst, verlang‘ ich mit einem Worte poetische Tiefe und Neuheit überall.“