Kritischer Humanismus …

… im beeindruckenden Buch Stumme Gewalt. Nachdenken über die RAF von Carolin Emcke:

Im ästhetisch bereinigten, manichäischen Weltbild des Radikalen scheiden sich Gut und Böse trennscharf. Es herrscht eine Eindeutigkeit, in der sich als unpolitisch denunzieren lässt, wer sich für Details, Widersprüche oder das individuell Abweichende interessiert. Dabei scheint mir erst das ein akkurater Begriff des Politischen zu sein, der auch das Ambivalente, das Kleinteilige, das Konkrete zu integrieren vermag. Was wäre das ansonsten für ein Politikverständnis, das nur monolithische Kollektive denken kann, das Positionen immer mit Identitäten verwechselt, das das Eigene nur als Homogenes aushalten kann? Erst im Umgang mit dem Abweichenden spiegelt sich ein kritischer Humanismus